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Vor gut 50 Jahren wurde das Coenzym Q10 entdeckt, seit 1958 ist seine chemische Struktur bekannt. Erstmals wurde es aus einem Rinderherz synthetisiert.
Coenzym Q10 ist eine Substanz, die in jedem menschlichen Körper vorkommt. Sie wird sowohl mit der Nahrung zugeführt als auch im Körper selbst gebildet. Als lebenswichtiges Enzym steuert es die Sauerstoffaufnahme der Zellen und versorgt damit insbesondere Herz, Leber und Lunge, Nieren und Bauchspeicheldrüse mit Energie. In den inneren Organen ist das Vorkommen von Coenzym Q10 am höchsten.
Isoliert man Coenzym Q10 im Chemielabor, so findet man ein geruchs- und geschmackloses Pulver gelblicher Farbe.
Bekannt geworden ist das Coenzym Q10 in den letzten Jahren durch die Kosmetikindustrie. Seine antioxidativen Fähigkeiten werden in Kosmetikprodukten dazu benutzt, degenerative Krankheiten insbesondere der Haut zu mildern. Altersbedingte Hautfältchen und Hauttrockenheit sind Resultate zellschädigender Prozesse, die beispielsweise durch aggressive Sauerstoffmoleküle, so genannte freie Radikale, ausgelöst werden. Das Coenzym Q10 soll vor diesen Radikalen schützen und somit Zellschädigungen verhindern.
Wie aber stellt man Coenzym Q10 synthetisch her? Bei der Produktion werden Hefen oder Bakterien fermentiert. Eine weitere Variante ist die chemische Synthese. Letztere produziert ein besonders reines Coenzym Q10.
Eine ausgewogene Ernährung stellt im Normalfall aber eine ausreichende Zufuhr an Coenzym Q10 sicher. So ist das Coenzym beispielsweise in Fisch, Innereien, aber auch in Hülsenfrüchten und Nüssen enthalten. Kartoffeln, Zwiebeln, Brokkoli und Spinat enthalten ebenso Coenzym Q10. Werden die Lebensmittel gekocht, wird das Enzym aber zum Großteil zerstört. Ein gesunder Körper stellt Coenzym Q10 in ausreichender Menge selbst her.
Das Coenzym wird in die Zellwände eingelagert und stellt den interzellulären Transport lebenswichtiger Substanzen sicher. Altersbedingt reduziert sich der Coenzym-Gehalt. So enthält das Herz eines 40-jährigen nur noch 70 Prozent des Coenzyms im Vergleich zu dem Herz eines 20-jährigen. Bei einem 80-jährigen Menschen sinkt der Coenzym-Gehalt in der Zelle sogar auf unter 50 Prozent.
Seit mehr als 20 Jahren versuchen Wissenschaftler, die Wirkung des Coenzyms Q10 auf den Körper zu entschlüsseln. Nachweise zur stärkenden Wirkung auf Herz und Kreislauf, wie sie so oft in der Werbung genannt werden, konnten bisher allerdings nicht erbracht werden. Dennoch ist die Wirkung des Coenzyms unbestritten. In den USA und in Japan wird das Coenzym Q10 deshalb schon lange als Nahrungsergänzungsmittel eingesetzt.
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